Carolin Lüdemann Portrait

Gastartikel: Die Macht der Bilder

Wer mit seinem Foto Sympathie mobilisieren kann, sammelt Pluspunkte. Das Foto wird meist als Erstes unter die Lupe genommen und der Personalchef bildet sich in Sekunden ein (Vor-) Urteil über Sie.

Für die Bewerbungsmappe kommt daher nur ein professionelles Foto in Frage. Der Weg zu einem guten Fotografen lohnt sich. Farbfotos dürfen nicht bunt sein, gedeckte Farben wirken besser.

Gute Laune wirkt auch auf einem Bild ansteckend. Angemessene Kleidung und gepflegte Frisur sind selbstverständlich. Bewerberinnen sollten beim Schminken zurückhaltend sein. Sie wollen nicht auf den Kriegspfad, sondern zum Vorstellungsgespräch. Mit einem etwas größeren Format als dem üblichen Passbild-Format oder einem quadratischen Format hebt sich ein Bewerbungsbild von der Masse ab. Lassen Sie mehrere Bilder anfertigen und diese durch Freunde, Bekannte oder Verwandte beurteilen.

Kleben Sie Ihr Foto immer ein. Verwenden Sie nie Heft- oder Büroklammern zum Fixieren Ihres Bewerbungsbildes. Bei Kurzbewerbungen sollte das Foto oben rechts auf den Lebenslauf aufgeklebt werden. Bei einer ausführlichen Bewerbungsmappe wirkt das Foto besser, wenn es auf dem Deckblatt platziert ist. Schreiben Sie auf die Rückseite des Fotos mit Bleistift Ihren Namen und Ihre Adresse, für den Fall, dass sich das Foto vom Papier löst.

Nach den Erkenntnissen der Mannheimer Doktorandin von Rennenkampff entscheidet beim Bewerbungs-Erfolg weniger das Geschlecht als das Styling. Denn es gilt die Devise „Männlichkeit ist Trumpf“ – sogar bei Frauen… Sollte sich die Diplomsoziologin Anke von Rennenkampff einmal auf eine Führungsposition bewerben, dann weiß sie nun recht gut, welche Kleidung und Frisur für das Bewerbungsphoto angesagt sind. Weibliche Reize auf dem Bewerbungsfoto, so hat die Diplomsoziologin herausgefunden, sind nämlich vollkommen fehl am Platz.

Vor allen Dingen gilt das, wenn das Unternehmen einen „durchsetzungsstarken“ Mitarbeiter sucht, der „aggressiv neue Märkte erschließen“ oder mit harter Hand die Abteilung „sanieren soll“. Bewerberinnen mit kantigem Kinn, breiten Schultern und hoher, etwas eckiger Stirn liegen hier meist gut im Rennen: Personaler auf der Suche nach starken Führungspersönlichkeiten entscheiden sich zwar nicht unbedingt für Männer, sondern vielmehr für Kandidaten, deren äußere Merkmale als „männlich“ gelten. Wird dagegen eine kommunikative, zuhörende, vermittelnde Persönlichkeit gesucht, haben nach von Rennenkampffs Angaben weiblich aussehende Kandidaten gute Chancen. Davon kann dann auch ein Mann mit Pferdeschwanz profitieren.

 

Über die Autorin: Carolin Lüdemann (s. Foto) ist Juristin und ausgebildeter Business-Coach aus Stuttgart. Als Karriereexpertin bei den TV-Sendern N24 und Sat.1 sowie anderer namhafter Medien wie beispielsweise SWR Funk und Fernsehen, Süddeutsche Zeitung und Welt ist sie regelmäßig für eine breite Öffentlichkeit präsent. An ihren Trainings nehmen Top-Manager sowie High Potentials aus Industrie, Beratung und Verbänden teil. Mehr: http://www.carolin-luedemann.de/